Summe der Absatzkanäle und Sortiment bestimmen den Komplexitätsgrad 

(Erftstadt, 02.11.2016) – Der Vertrieb von Waren über mehrere Kanäle hinweg birgt enormes Potenzial in sich – nicht zuletzt durch das Plus an Reichweite. Ein Vorstoß in neue Absatzkanäle greift jedoch häufig zu kurz. „Vielfach scheitern Multi Channel Strategien daran, dass die damit einhergehende Komplexität unterschätzt und dem logistischen Rückgrat zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird“, urteilt Sebastian Taplick, Geschäftsführer des SAP-Partners bob Systemlösungen. „Neben der prozess- und organisationstechnischen Verzahnung aller Unternehmensbereiche besteht die Herausforderung darin, die Gesamtheit der mit Warenbewegungen einhergehenden Logistik-Prozesse zu beherrschen.“ So sollte einerseits ein Maximum an Kanalintegration in ERP-Systeme wie SAP angestrebt werden; auf der anderen Seite sollten die schnellstmöglichen, kanalspezifischen Arbeitsabläufe gefunden werden. Dies führt zu einer veränderten Anforderung an die Gestaltung der Logistikprozesse. Erfolgreiche Konzepte berücksichtigen laut Taplick dabei stets folgende Komponenten:

  • Liefergeschwindigkeit und Selbstabholung: Je schneller die Ware beim Empfänger ankommt, desto zufriedener sind die Kunden. Der Einsatz von Mobilgeräten und Barcodescannern im Rahmen der Kommissionierung und Rückmeldung beschleunigt die Erfassung. Durch eine Carrier-Integration mit automatischer Übergabe der Sendeinformationen lassen sich Warte- und Ruhezeiten der Ware minimieren. Zudem sollte es möglich sein, online bestellte Ware abzuholen. 
  • Bestandsdaten und Aktualisierung: Lagerbestandsdaten müssen kanalübergreifend transparent sein und Veränderungen automatisiert direkt im ERP erfasst werden. Beim ERP-Import der Bestelldaten dürfen die Synchronisationsabstände nicht zu groß sein. Nur so ist sichergestellt, dass die Mengen korrekt sind. Dies verhindert Doppel- oder Leerverkäufe. Daneben sollte die Verfügbarkeit der Waren jederzeit für den Kunden ersichtlich sein. 
  • Retourenmanagement: Ein kundenfreundliches Retourenmanagement unterstützt die Rückgabe von online bestellten Waren auch stationär. Hier müssen der Warenannahme die notwendigen Daten zur Verfügung gestellt werden, um lange Wartezeiten zu vermeiden.
  • Wareneingang und Lager: Es müssen Lösungen eingesetzt werden, um Waren schnell wieder verfügbar zu machen. Prozesse wie beispielsweise die Warenerfassung, die Lieferberechtigungs- und Mengenüberprüfungen sollten IT-gestützt erfolgen, um Erfassungsfehler auszuschalten und den Warenbestand so schnell wie möglich in den Vertriebskanal zu übergeben. 
  • Lagerbestand und Channel-Breite: Im Rahmen der Logistik-Strategie sollte eine Bestandsmenge definiert werden, bei deren Unterschreitung die Absatzkanalbreite reduziert und die Lead Channels fokussiert werden. Dies muss automatisiert geschehen, um Überbestellungen zu vermeiden.
  • Warenausgang und Kommissionierung: Bei der Steuerung des Warenausgangs und der Kommissionierung sollten Lösungen eingesetzt werden, die eine schnelle und fehlerfreie Kommissionierung gewährleisten. Lagertechnologie hilft bei der zügigen Zusammenstellung der Ware.

„Je mehr Absatzkanäle und Produkte, desto komplexer gestalten sich die Prozesse, die mit der Warenbewegung verbunden sind. Das Ziel muss sein, einen automatisierten Gesamtprozess zu erzeugen, der Einzelprozesse der Bestellung zusammenfasst“, urteilt Taplick abschließend. Die Unternehmen seien gut beraten, ihre logistischen Prozesse in regelmäßigen Abständen einer Überprüfung zu unterziehen.